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Die alltagsintegrierte Sprachförderung ist ein wichtiger Auftrag in Kindergärten. Dabei sind die Erzieher*innen nicht nur an der Förderung der sprachlichen Kompetenzen der Kinder beteiligt, sie fungieren auch als Sprachvorbilder und unterstützen somit und in der Interaktion die kommunikativen Fähigkeiten der Kinder.

Lesen Sie in unserem kostenfreien Beitrag, was ein gutes Sprachvorbild ausmacht und freuen Sie sich außerdem auf wertvolle Tipps für eine wertschätzende Sprache im Kitaalltag.

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Die Autorin aus nachfolgendem Buchtipp, Barbara Leitner, stiftet 3 Exemplare als Gewinne >> gleich mitmachen

Prof. Dr. Armin Krenz
Prof. Dr. Armin Krenz

Literaturempfehlung von Prof. Armin Krenz:

Gewaltfreie Kommunikation in der KiTa
Wertschätzende Beziehungen gestalten – zu Eltern, Kindern, im Team und zu sich selbst

ein Buch von Barbara Leitner

Junfermann Verlag,
Paderborn 2020

Es ist immer die HALTUNG – das persönliche und berufliche Selbstverständnis in Verbindung mit verinnerlichten Werten –, die in der Art und Weise des Umgangs mit sich selbst, mit Kindern und Kolleg*innen sowie mit den Eltern der Kinder zum Ausdruck kommt. Dabei sind die SPRACHE sowie die ALLTAGSHANDLUNGEN ein sichtbares Dokument, ob die umgesetzten, alltäglichen Ausdrucksformen eine entwicklungsförderliche oder eine entwicklungshinderliche Auswirkung auf das Geschehen haben.

Genau an dieser Stelle setzt das Buch von Barbara Leitner an. Der Inhalt setzt sich aus 6 Kapiteln zusammen. Nach einem kurzen Vorwort beschreibt die Autorin die glückliche Verbindung von gewaltfreier Kommunikation und der Frühpädagogik unter Berücksichtigung der vier Komponenten der gewaltfreien Kommunikation (Beobachtung/Gefühle/Bedürfnisse und der Bitte). Im zweiten Kapitel dreht sich alles um Wertschätzung und Selbstempathie für pädagogische Fachkräfte, um die Bedeutung einer uneigennützig motivierten Selbstfürsorge und um die Frage, wo in einer Kindertagesstätte Gewalt beginnt. Das dritte Kapitel behandelt den Schwerpunkt >wir sind ein starkes Team<, in dem es unter anderem um Ärger und andere Gefühle im Kollegium, um den Bedeutungswert einer authentischen Selbstmitteilung, um die Art und Weise einer entwicklungsförderlichen Rückmeldung und um das gewaltfreie Setzen von notwendigen Grenzen geht. Kapitel vier erfasst den Schwerpunkt, wie die KiTa ein Ort zum emotionalen Wachsen werden kann unter besonderer Berücksichtigung der Beziehungsgestaltung zu und Beziehungspflege mit Kindern, was es beispielsweise bedeutet, die Einzigartigkeit jedes Kindes zu sehen, den Anspruch einer partizipatorischen Pädagogik zu erfüllen oder die Balance zwischen empathischem Zuhören und authentischer Mitteilung zu finden. [Es sei an dieser Stelle eine Anmerkung erlaubt: hier wäre es sicherlich sinnvoll gewesen, auf die zunehmende, politisch sehr stark fokussierte Digitalisierung in ihren unterschiedlichen Formen im Elementarbereich und deren Folgen einzugehen, um die Bedeutung einer gewaltfreien Kommunikation noch deutlicher herauszustellen.] Das fünfte Kapitel nimmt sich die Gestaltung der Beziehungen zu den Eltern vor und geht dabei den Fragen nach, was es heißt, Respekt vor der Verschiedenheit von Eltern zu haben, wie Herausforderungen respektvoll aufgenommen werden können und wie ein ausgewogenes Verhältnis von Nähe und Distanz aussehen kann. Das sechste Kapitel trägt die Überschrift „Willkommen in der gewaltfreien Kindertagesstätte. Eine Vision“ und umfasst wundervolle Gedankengänge und Vorstellungen, durch was sich gewaltfreie Kindertagesstätten (in hoher Ausprägung) auszeichnen, welche Veränderungen im Hinblick auf viele Realitäten notwendig sind und welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf alle Beteiligten hätten. Literaturangaben, Anhänge, ein Index-Verzeichnis sowie Angaben zur Autorin und der Illustratorin schließen das Buch ab.

Auf der einen Seite schafft es die Autorin Barbara Leitner, ihre Ausführungen sehr gut verständlich und praxisnah rüberzubringen. Auf der anderen Seite unterstützen die insgesamt 25 Übungsvorschläge und 10 Geschichten – in den Kapiteln verteilt – die Möglichkeit, dass Leser*innen gedanklich und emotional noch tiefer in die Inhalte eintauchen, so dass der hohe Bedeutungsgehalt der unterschiedlichen Aussagen zu inneren Berührungen führt.

Keine noch so ausgefeilte Didaktik, aufbereitet in einem heilsversprechenden und wohlklingenden ‚Förderprogramm’ noch irgendeine sorgsam geplante Methode zur Beeinflussung des menschlichen Verhaltens können die nachhaltige Bedeutung einer humanistisch orientierten Kommunikation und Interaktion ersetzen. Insofern ist die Publikation von Barbara Leitner in einer Zeit der übermächtigen Betonung einer zunehmend digitalisierten Elementarpädagogik sowie einer funktionsorientierten Arbeitsausrichtung in vielen Kindertagesstätten besonders hilfreich, um sich erneut auf die basalen Ausgangswerte einer personalisierten, gewaltfreien Kommunikation zu konzentrieren: zum eigenen – mentalen und körperlichen – nachhaltigen Wohl und zum Wohl aller, mit denen die Kindheitspädagog*innen in der Kindertageseinrichtung in Beziehung stehen.

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