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„Die Eltern“ gibt es nicht – pädagogische Fachkräfte sollten in ihrer Gesprächsführung sehr individuell und bedürfnisorientiert agieren.

Unsere Videoreihe liefert wertvolle Infos:

In den drei Videobeiträgen stellt Ursula Günster-Schöning die neun häufigsten Eltern-Typen vor, ohne Eltern damit in Schubladen pressen zu wollen. Vielmehr soll der detaillierte Blick auf die Unterschiede und Bedürfnisse der Eltern sichtbar werden. Zudem soll so auch deutlich werden, dass es „die Eltern“ nicht gibt und pädagogische Fachkräfte in ihrer Gesprächsführung sehr individuell und bedürfnisorientiert agieren sollten. In vier weiteren Videos (Elterngesprächs-Tipps) stellt Ursula Günster-Schöning Tipps vor, die Ihnen auch in kniffeligen Gesprächssituationen helfen können.

Elterntypen Teil 1

Elterntypen Teil 2

Elterntypen Teil 3

Kommunikation – das Gegenüber im Fokus

Kommunikation ist ein komplexer Vorgang und das Gelingen von Verständigung hängt von mehreren Faktoren ab. Generell können Sie nicht davon ausgehen, dass das, was Sie vermitteln möchten, auch genauso von Ihrem Gegenüber aufgenommen wird. Das Gelingen hängt zum Beispiel davon ab, in welcher Rolle Sie wahrgenommen werden, mit welchem Fuß Ihr Gegenüber, also die Mutter oder der Vater heute Morgen aufgestanden ist, in welchen Hals das Gesagte fällt, in welcher Gemütsverfassung und zyklischen Phase Ihr Gegenüber und auch Sie selbst sich befinden und besonders auch von den Vorerfahrungen und Kommunikationsgewohnheiten der Gesprächspartner*innen. So können Sie in jedem Gespräch durch Ihre Gesprächsführung zwar die Kommunikation nicht steuern, also nicht bestimmen, wie Ihr Gegenüber Ihre Worte hört, in welcher Rolle es sie wahrnimmt oder welche Rolle es selbst einnimmt.

Die gute Nachricht ist allerdings, dass Sie die Verständigung durch eine strukturierte Gesprächsführung und durch Gesprächstechniken positiv beeinflussen können, indem Sie sich darüber Gedanken machen, welche Rollen Ihr Gegenüber möglicherweise an Ihnen wahrnimmt, welche es selbst einnehmen könnte und wie es daraufhin vermutlich Ihre Worte aufnimmt.

Elterntypen klassifizieren

Zur Vorbereitung auf Gespräche ist daher eine Klassifizierung von Kommunikationstypen oder Grundhaltungen mit ähnlichen Hörgewohnheiten und Kommunikationsmustern hilfreich. Eine solche Typisierung kann unterstützend dabei sein, die eigene Rolle zu reflektieren und auszuwählen und eine anschlussfähige Sprache zu finden, sodass Ihr Gegenüber Ihre Aussagen etwas besser verstehen kann, wie Sie gerne verstanden werden möchten.

Bezogen auf die Kooperation mit Familien können wir bestimmte, in fast allen Einrichtungen vorkommende »Elterntypen« ausmachen, die uns vor spezielle Herausforderungen stellen. Denken Sie an alle, oft spaßhaft oder resigniert verwendeten »Sammelbezeichnungen, wie »die Alleinerziehenden«, »die Helikopter-Eltern«, »die heile-Welt-Familie«, »der Macho-Vater«, »die Hartz-4-Eltern« und dergleichen mehr.

Jede Gesprächssituation ist einzigartig

Die Gefahr jeder Typisierung liegt jedoch darin, dass das Denken in Schubladen gefördert wird und die Einzigartigkeit jeder Gesprächssituation aus dem Blick gerät. Dass wir uns Karikaturen oder Stereotypen gegenüber wähnen, aber keinen einzigartigen Individuen. Die Chance des Denkens in Rollen oder Typen liegt hingegen darin, dass Sie einen Werkzeugkoffer entwickeln können, der Ihnen dabei hilft, sich zu orientieren und die Wahrscheinlichkeit des Verstanden Werdens zu erhöhen.


Kleine Übung zur Reflexion: „Die guten Gründe“

Denken Sie an die Elternschaft Ihrer Kita und versuchen Sie eine Typisierung vorzunehmen. Fragen Sie gerne auch Kolleginnen und Kollegen nach Elterntypen, die sie im Alltag wahrnehmen.

Weitere Beiträge der Autorin:

Text vgl. Lindemann H., Günster-Schöning U., Lahrkamp P., Siller N. (2020) Systemisch-lösungsorientierte Gesprächsführung und Beratung in Kindertageseinrichtungen, Vandenhoeck und Ruprecht Verlag

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