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Kita-Leitungen werden im Berufsalltag mit einer Reihe von herausfordernden Situationen konfrontiert. Diese erfordern Empathie und Lösungsorientierung. Eine professionelle Gesprächsführung ist in heiklen Führungssituationen unerlässlich. Anspruchsvoll sind eskalierende Konflikte in Teams, Kritik an der eigenen Person oder Anliegen zur Personalführung.


Beispiel: Motivationsgespräch

Hanne Clasens Leistungen haben über einen längeren Zeitraum deutlich nachgelassen. Sie spürt es vielleicht auch, denn sie wirkt auf Sie angespannt. Ihre Motivation scheint insgesamt stark gesunken. Sie möchten Frau Clasen in einem Gespräch dafür motivieren, dass sie sich künftig mehr engagiert.

Einschätzung der Situation

Eigentlich hat die Mitarbeiterin bisher gute Leistungen erbracht. Sie nehmen seit längerer Zeit aber eine Veränderung wahr. Die Gründe dafür kennen Sie nicht. Es sind viele Kleinigkeiten, anhand derer Sie bemerken, dass etwas nicht stimmt. Frau Clasen kommt immer wieder zu spät und beteiligt sich nicht mehr engagiert wie früher in Teamsitzungen. Diese lebten bislang auch von ihren kreativen Einfällen. Wo Frau Clasen vorher gerne von sich aus Aufgaben übernahm, müssen Sie sie jetzt gezielt und direkt darauf ansprechen. Eigentlich macht sie ihren Job noch gut, aber ihre Leistungen entsprechen jetzt vielmehr dem „Dienst nach Vorschrift“. Im Prinzip können Sie Frau Clasen nichts Wesentliches vorwerfen. Dennoch wünschen Sie sich wieder mehr Eigeninitiative von ihr.

Bringen Sie die Ursachen für das veränderte Verhalten der Mitarbeiterin in einem einfühlsamen Gespräch in Erfahrung:

  • Hat die Mitarbeiterin private oder persönliche Probleme?
  • Spielen gesundheitliche Probleme eine Rolle?
  • Ist die Mitarbeiterin mit ihren Aufgaben nicht mehr zufrieden? Wünscht sie sich mehr Herausforderung? Oder ist sie (derzeit) überfordert?
  • Gibt es Unstimmigkeiten oder Konflikte im Team?
  • Möchte sich die Mitarbeiterin beruflich verändern?
  • Ist die Mitarbeiterin mit Ihrem Führungsstil unzufrieden?

Was können Sie tun?

Machen Sie sich im Gespräch ein vertieftes Bild. Für schlechtere Leistungen ist oft nicht nur ein Faktor verantwortlich, sondern ein Zusammenwirken mehrerer. Zunächst müssen Sie natürlich klären, ob die Mitarbeiterin mit Ihnen überhaupt sprechen möchte. Wie gesagt, bei „Dienst nach Vorschrift“ können Sie ihr nichts wirklich vorwerfen. Sie können lediglich daran interessiert sein, zu erfahren, was in ihr vorgeht, und was sie anders agieren lässt als bisher. Dies jedoch mehr auf zwischenmenschlicher als auf personalwirtschaftlicher Ebene. Gehen Sie dabei behutsam und sachlich vor. Schildern Sie, welche Wahrnehmungen Sie von den Veränderungen haben und was Ihnen fehlt. Signalisieren Sie Unterstützung. Ein erster Gedankenaustausch kann nur der Einstieg in einen vertieften Dialog sein. Es bleibt zunächst offen, in welche Richtung sich dieser bewegt. Vorschnelle Empfehlungen oder Ratschläge sind nicht sinnvoll. Vielmehr ist ein erstes Gespräch ein Auftakt zu weiteren, wenn die Mitarbeiterin dafür offen ist. Sollten sich bei Frau Clasen gravierendere persönliche oder gesundheitliche Probleme anzeigen, sollten Sie um Unterstützung vom Träger bitten.

Das erwartet Sie im Beitrag:

Kita-Leitungen werden im Berufsalltag mit einer Reihe von herausfordernden Situationen konfrontiert. In diesem Beitrag erfahren Sie anhand konkreter Beispiele, was Sie in solchen Fällen tun können.

Folgende Beispiele haben wir für Sie zusammengestellt:
● Anlassbezogenes Kritikgespräch
● Motivationsgespräch
● Auseinandersetzungen im Team
● Mitarbeiterentwicklungsgespräch
● Fehlende Anerkennung
● Kontroverse Diskussionen bei sensiblen Themen
● Vermutung einer Aufsichtspflichtverletzung
● Erwartungen von Vorgesetzten
● Reflexionsprozess
● Veränderungswunsch eines Mitarbeiters


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